Früchtebrot:gesunde Zwischenmahlzeit



Früchtebrot eignet sich als gesunde Zwischenmahlzeit und ist für Kinder, Berufstätige und Wanderer ein ideales Pausenbrot.

Backtradition Früchtebrot

Früchtebrote werden vor allem in Süddeutschland und Österreich zur Weihnachtszeit gebacken. Bereits im Mittelalter buk man sie aus einem Brotteig, dem Kletzten (gedörrte Birnen) und Nüsse zugesetzt wurden. Mittlerweile wird Früchtebrot ganzjährig hergestellt und ist ein rechter Exportschlager. In den Teig gehört neben Dörrobst auch Nüsse, Honig, Alkohol, Gewürze, Zitronat und Orangeat. In manchen Rezepten wird anstatt von Honig brauner Zucker verwendet. Klassischerweise enthält ein Früchtebrot keine Hefe. Das kann aber auch anders gehandhabt werden. Die meisten Rezepte enthalten, wie bei richtigen Broten üblich,  weder Fett noch Eier. Bei den Trockenfrüchten kann man ganz nach Geschmack variieren. Wer von getrockneten Pflaumen Bauchweh bekommt, ersetzt diese einfach durch ein Mehr an Aprikosen. Auch Alkohol ist nicht unbedingt notwendig. Man nimmt statt dessen einfach Wasser oder Orangensaft. Auch bei den zugesetzten Nüssen kann man ausprobieren. Walnüsse, Mandeln, Haselnüsse oder auch Pinienkerne schmecken lecker im Früchtebrot. Das klassische Gewürz für Kletzenbrot enthält auf alle Fälle Zimt, aber auch Anis, Kakao, Nelken, Muskat und Piment. Wer experimentierfreudig ist hat vielleicht Lust mal eingelegte Cocktailkischen ins Früchtebrot zu backen oder eine zerdrückte Banane mit hineinzugeben. Auch Cranberries werden häufig als Zutat genannt, die allerdings enthalten für meinen Geschmack zu viel Zucker.

Früchtebrot: gesunde Kalorien

Früchtebrot besteht zum Großteil aus Trockenfrüchten und Nüssen. Der Mehlgehalt ist eher gering und dient dazu, das Dörrobst zusammen zu halten. Getrocknetes Obst enthält reichlich Vitamine, Mineralien und Ballaststoffe, weshalb Früchtebrot für all die Menschen als Zwischenmahlzeit besonders geeignet ist, die unter hartem Stuhlgang leiden. Früchtebrot wird auch Kletztenbrot oder Hutzelbrot genannt. Es hat eine hohe Energiedichte, je nach Wahl der Zutaten liegt der Brennwert pro 100 g bei etwa 300 bis 350 kcal. Das mag viel erscheinen, jedoch macht Früchtebrot gut satt und befriedigt aufgrund seiner Süße das Bedürfnis nach Naschwerk auf gesunde Art und Weise. Das heißt natürlich nicht, dass man es in großen Mengen verzehren sollte. Wie bei allem ist auch hier Maß halten angesagt.

Gesunde Zwischenmahlzeit für Schule und Büro

Früchtebrot ist nicht nur für Kinder eine ideales Pausenbrot. Auch Büroangestellte können den kleinen Hunger am Vormittag gesund und effektiv mit einer Scheibe Kletzenbrot begegnen. Zudem lässt sich das gesunde Brot leicht in größeren Mengen backen und hält sich, in Klarsichtfolie gewickelt, monatelang frisch. Ein Früchtebrot gewinnt an Geschmack, wenn man es ein paar Wochen liegen lässt. Auch im Urlaub beim Wandern oder Radfahren eignet sich Früchtebrot als Kraft spendende Zwischenmahlzeit. Hutzelbrot lässt sich leicht transportieren wenn man es in Scheiben schneidet und diese einzeln in Frischhaltefolie verpackt. So ersetzt ein selbst gebackenes Früchtebrot jeden Müsliriegel.



Vorteil Selbermachen

Das Selber Backen hat den Vorteil, dass man die eingesetzten Zutaten selber bestimmen kann. Wer zum Beispiel allergisch auf Nüsse regiert, der lässt diese beim Backen eben weg oder ersetzt sie durch etwas anderes. In den meisten Müsliriegeln, selbst solchen aus einem Bioladen oder Reformhaus, steckt  sehr viel zugesetzter Zucker, was sich ungünstig auf den Blutzuckerspiegel auswirkt. Selbermachen ist auch preiswerter als fertig kaufen. Außerdem macht das Backen Spaß, man muss sich bloß die Zeit dafür nehmen. Früchtebrot eignen sich gut als Mitbringsel oder Geschenk.

Früchtebrot backen

Dieses Rezept liefert drei schmackhafte, kleine Früchtebrote, von denen eines etwa 800 g wiegt. Das Hutzelbrot wurde hier zu eher schmalen Stangen geformt und auf Backpapier in einer länglichen Backform gebacken. In dem hier beschrieben Rezept wurde wenig Zucker eingesetzt. Das Früchtebrot ist trotzdem süß genug, man könnte den Zucker auch ganz weglassen, da das Trockenobst über jede Menge fruchtige Süße verfügt. Welche Zuckerart man nimmt, ist Geschmackssache. Brauner Zucker eignet sich gut, da dessen Karamellgeschmack gut mit den anderen Gewürzen (Zimt) harmoniert.

Zutaten für Kletzenbrot

Trockenobst Mischung 1:

150 g Rosinen

150 g getr. Feigen oder Datteln

125 g klein geschnittene Aprikosen

1/8 l Obstschnaps (Birne oder Himbeere)

150 g Haselnüsse oder Mandeln grob gehackt

Obige Zutaten werden abgewogen und in einer Schüssel gemischt. Sie sollten anschließend mindestens zwei Stunden ziehen. Man kann die Mischung auch über Nacht stehen lassen.

Früchte

Trockenobst Mischung 2:

125 g Datteln

125 g Feigen

500 g Trockenobstmischung (Birnen, Pflaumen, Äpfel, Aprikosen etc.)

150 g brauner Zucker (evtl. weglassen oder durch Xucker ersetzten)

Messerspitze gemahlene Nelken

1/4 TL Messerspitze Kardamom

1 TL Zimt

1/4  TL Salz und 400 ml Wasser

Die Früchte der Mischung 2 werden grob klein geschnitten und zusammen mit Wasser und den Gewürzen in einem Topf aufgekocht. Man lässt die Mischung abkühlen bis sie handwarm ist.

Hefeteig

1 Würfel frische Hefe

350 g Dinkelmehl

Man gießt von Mischung 2 das lauwarme Fruchtwasser ab und löst die Hefe darin auf. Nun fügt man das Mehl hinzu und rührt das Ganze mit einer Küchenmaschine gut durch. Nach und nach gibt man sowohl Mischung 1, als auch Mischung 2 zum Hefeteig hinzu. Eine normal große Knetmaschine kann die Teigmenge gerade so bewältigen. Das Trockenobst ist nach dem Kneten von einer hauchdünnen Teigschicht umhüllt. Die Teigmasse klebt stark und lässt sich nicht mit den Händen formen, das ist aber so in Ordnung. Nun lässt man die Mischung eine Stunde gehen. Sie geht jedoch nicht besonders stark auf.

Früchtebrot formen und backen

Mit einem Löffel gibt man von dem schweren, klebrigen Teig mehrere Batzen auf ein Backpapier und formt einen länglichen Brotlaib. Mit einem Löffel kann man die Oberfläche ein wenig glatt streichen und mit Hilfe des Backpapiers den Laib von  außen her rollen und in Form bringen. Nun legt man das Brot in eine Backform. Es funktioniert aber auch ohne diese, der Teig ist so schwer, dass er nicht auseinander läuft. 

Alternativ kann man den Teig einfach direkt in eine mit Backpapier ausgelegte Form geben. Dann bekommt man ein großes Früchtebrot. Es hat sich jedoch bewährt, eher kleine Brote zu backen (6 cm breit und 30 cm lang), da diese sich leichter handhaben lassen. Das Früchtebrot wird nun 60 Minuten im Umluftherd bei 200 Grad gebacken. Es bräunt schnell und man muss ein wenig aufpassen, dass die Oberfläche nicht verbrennt. Das lässt sich durch Abdecken mit Alufolie verhindern. Wenn das Früchtebrot abgekühlt ist, wickelt man es in Klarsichtfolie ein. Alufolie darf nicht verwendet werden, da das Kletztenbrot dann leichter schimmelt. Das Früchtebrot hält sich meist nicht lang, da es einfach zu gut schmeckt. Man kann es aber ohne Probleme mehrer Monate aufheben.

Früchtebrot

Einfaches Kletzenbrot

Das oben beschriebene Rezept ist recht aufwändig, da es längere Ruhezeiten beinhaltet. Wer weniger Zeit hat muss dennoch nicht auf selbst gebackenes Früchtebrot verzichten. Es geht nämlich auch unkomplizierter. Das Raspeln erledigt die Küchenmaschine, wenn´s schnell gehen soll. Auch das Zerkleinern der Trockenfrüchte kann mithilfe eines Mixers beschleunigt werden. Wer keine Rosinen mag, der ersetzt diese auch ein höheren Anteil an Birnen oder Datteln.

Zutaten

650 g Äpfel geraspelt

150 g gehackte Datteln

150 g Rosinen

150 g gehackte Feigen

150 g Birnen getr.

150g Aprikosen getr.

150 g Zucker braun

150 g gehackte Haselnüsse (oder Walnüsse)

2 Teelöffel Lebkuchengewürz (alternativ: Zimt)

1 Prise Salz

350 g Mehl

1 Päckchen Backpulver

60 ml heißes Wasser

Zubereitung

Der Backofen wird auf 180 Grad Umluft vorgeheizt. Eine Kastenform mit Backpapier auslegen beziehungsweise diese einfetten.

Die Äpfel werden geraspelt, die Trockenfrüchte mit der Hand klein geschnitten oder mithilfe eines Mixers zerkleinert. Die Obstmasse mit den Äpfeln, dem Lebkuchengewürz und dem Salz in einer Schüssel mischen. Dazu gibt man das heiße Wasser und lässt das Ganze eine Viertelstunde stehen, damit das Trockenobst weicher wird. Das Mehl wird nun mit dem Backpulver gemischt und anschließend mit der Obstmasse verrührt. Den Teig in die Kastenform geben, oben glatt streichen und ins Backrohr schieben.  Man kann das Früchtebrot auch ohne Form backen, wenn man es mit den Händen zu einem Laib formt. Das Kletzenbrot muss nun 70 – 80 Minuten backen. Falls es zu braun werden sollte, mit Backpapier abdecken. Nach dem Backen Abkühlen lassen und mindestens bis zum nächsten Tag liegen lassen. Es lässt sich dann besser schneiden und schmeckt vollmundiger.

Früchtebrot exotisch

Experimentierfreudige Bäcker und Bäckerinnen sagt eventuell das folgende Rezept mehr zu. Anstatt von gedörrten Birnen und Rosinen besteht der folgende süße Teig aus getrockneten Südfrüchten. Hier sind diesmal Eier drin.

Zutaten:

150 g getr. Mango

150 g getr. Ananas

150 g getr. Feigen

150 g Nüsse nach Wahl

125 g Zitronat/Orangeat

200 g Mehl

4 Eier

100 g Honig

1 Päckchen Backpulver

2 TL Gewürz (Zimt etc.)

Zubereitung:

Man rührt die Eier und den Honig mit der Maschine schaumig, damit sich der Zucker löst. Dann feines Mehl zusammen mit dem Backpulver zu dieser Mischung geben (eventuell sieben) und untermischen. Anschließen rührt man die grob kleingehackten Früchte und die Nüsse unter die Masse. Die Früchte kann man auch ganz lassen. Zuletzt wird das Zitronat (und falls Sie möchten auch Orangeat) zugegeben. Dieses sollte gut zerkleinert sein, da sich das  Aroma so besser verteilt. Der Teig wird in eine Kastenform gefüllt und im vorgeheizten Ofen bei 160 Grad und Umluft etwa eine Stunde gebacken.

Auch dieses Brot entfaltet sein volles Aroma erst nach einigen Tagen. Nach dem Abkühlen wird es in Folie eingeschlagen und kann so mehrere Monate aufgehoben werden. Bitte keine Alufolie verwenden. Das Früchtebrot könnte dann schimmeln.